Bei einer Vermisstensuche arbeitet eine Rettungshundestaffel anders als jede andere Einheit im Bevölkerungsschutz: Die Teams sind über Quadratkilometer verteilt, sie arbeiten selbstständig, und die Einsatzleitung sieht keines von ihnen. Was sie über den Stand der Suche weiß, weiß sie ausschließlich über Funk. Damit ist Funk in der Staffel keine Nebenfertigkeit, sondern das Führungsmittel schlechthin, egal ob die Teams in der Flächensuche, im Mantrailing oder in der Trümmersuche eingesetzt sind.
Wer in der Staffel eigentlich funkt
Ein einsatzfähiges Suchteam besteht nicht nur aus Hund und Hundeführer. Der Suchtrupphelfer begleitet das Team und übernimmt dabei ausdrücklich den Funkverkehr, die Orientierung mit Karte, Kompass und GPS sowie die Verantwortung für die Sicherheit des Teams im zugewiesenen Suchgebiet (BRH-Rettungshundestaffel Ludwigshafen-Mannheim: Flächensuche). Auch der Hundeführer selbst hat neben der Hundearbeit Funkverkehr, Orientierung und die Abstimmung mit den anderen Teams zu leisten.
Der didaktische Kernpunkt: Genau darin liegt die Schwierigkeit, die eine Staffel-Funkübung abbilden muss. Gefunkt wird nicht am Tisch, sondern nebenbei, während man auf unebenem Boden läuft, den Hund im Blick behält und die Karte führt. Übungen, in denen alle ruhig sitzen, trainieren das Gegenteil.
Erst die wichtigste Frage: Womit dürft ihr überhaupt funken?
Bevor irgendeine Meldung geübt wird, muss eine Sache geklärt sein, die in der Rettungshundelandschaft eine echte Zweiteilung erzeugt: Darf die Staffel BOS-Funk führen oder nicht? Das ist keine Frage des Anspruchs oder des Könnens, sondern eine rechtliche.
Die Teilnahme am BOS-Digitalfunk ist geregelt. Unmittelbar berechtigt sind unter anderem Polizeien, öffentliche Feuerwehren, das THW sowie Katastrophenschutz- und Zivilschutzbehörden. Alle anderen, ausdrücklich auch Brand- und Katastrophenschutzorganisationen, Hilfsorganisationen und Rettungsdienste, benötigen ein Anerkennungsverfahren. Über die Anerkennung entscheidet in diesen Fällen die zuständige oberste Landes- bzw. Bundesbehörde, in der Regel also das Innenministerium des Landes. Die Anerkennung ist auf den anerkannten Verwendungszweck begrenzt, kann zeitlich befristet und auf organisatorische Teile beschränkt werden, und Auflagen sind möglich (Funkrichtlinie Digitalfunk BOS – Anerkennungsrichtlinie; BDBOS: Nutzergruppen des Digitalfunk BOS).
In der Praxis führt das zu zwei Welten, die dieselbe Arbeit machen:
| Anerkannt / in den Katastrophenschutz eingebunden | Eigenständig organisiert | |
|---|---|---|
| Typische Träger | Staffeln der Hilfsorganisationen (DRK, JUH, MHD, ASB), in KatS-Einheiten eingebunden | eigenständige Rettungshundevereine ohne eigene BOS-Berechtigung |
| Funk nach oben | BOS-Funkgeräte mit eigenen Rufnamen und Rufgruppen | kein eigener BOS-Funk; Anbindung über eine Verbindungsperson oder geliehene Geräte |
| Funk nach innen | in beiden Fällen üblich: eine zweite Ebene für die Suchteams, meist zugeteilter Betriebsfunk (siehe unten) | |
| Alarmierung | über die Leitstelle, teils per Funkmeldeempfänger | häufig über die anfordernde Stelle |
Bitte nicht falsch verstehen: Diese Zweiteilung ist eine Frage der Berechtigung, nicht der Qualität. Der Anspruch, auf BOS-Niveau zu arbeiten, ist in beiden Welten derselbe, und er ist berechtigt. Beim BRH gehört zur Ausbildung der Hundeführer neben der Hundearbeit ausdrücklich auch BOS-Funk, Karte und Kompass, GPS und Einsatztaktik (BRH: Aufgaben und Ausbildung; BRH-Staffel Ostwestfalen-Lippe: Ausbildung der Einsatzkräfte). Manche Staffeln lassen ihre Leute die Funkausbildung sogar beim THW-Ortsverband mitmachen (BRH-Staffel Schleswig-Holstein Ost: BOS-Funkausbildung beim THW Lübeck). Wer die Verfahren beherrscht, aber das Gerät nicht führen darf, arbeitet deshalb nicht schlechter. Er braucht nur einen anderen Weg zur Einsatzleitung.
Der Melder: die Übersetzung zwischen den Welten
Genau für diesen Fall gibt es eine etablierte Lösung, und zwar keine improvisierte. Im DRK ist der Melder ein fester Bestandteil der Struktur: Eine Rettungshundegruppe setzt sich aus Gruppenführer, einem Melder, einer Hundeführerstaffel mit fünf Hundeführern und einer Helferstaffel mit fünf Helfern zusammen (DRK-Landesverband Westfalen-Lippe: Handreichung Rettungshundearbeit).
Dazu kommt die Anbindung nach oben, die dieselbe Handreichung sehr klar regelt: Der örtliche Kreisverband stellt für den Einsatz eine Führungskraft als Verbindungsorgan mit möglichst Zugführerqualifikation zur örtlichen Einsatzleitung ab „und unterstützt ggf. mit angefordertem Material, z. B. Funkgeräten, wenn die Anbindung sonst nicht gegeben ist“. Bei dieser Führungskraft meldet sich der Führer des Rettungshundeeinsatzes. Der Gruppenführer selbst führt im Einsatz keinen Hund, koordiniert die Teams und stellt die Verbindung zur Einsatzleitung her.
Damit sind beide Behelfe, die eine nicht berechtigte Staffel braucht, offiziell vorgesehen: eine Person, die übersetzt, und geliehene Geräte. Auf Landesebene ergänzt der Fachberater Rettungshundewesen das Bild, der in der Einsatzleitung von Feuerwehr oder Polizei tätig wird und dort den Einsatz der Rettungshundeformationen koordiniert.
Wie es Staffeln tatsächlich machen: zwei Ebenen parallel
Wer sich ansieht, was Staffeln über ihre eigene Ausstattung veröffentlichen, findet fast nie ein Entweder-oder. Der verbreitete Aufbau ist ein Zwei-Ebenen-Modell: BOS-Funk nach oben zur Einsatzleitung, Betriebsfunk nach innen zu den Suchteams.
Eine BRH-Staffel in Ostwestfalen-Lippe beschreibt genau diese Aufteilung: „TETRA BOS Sprechfunkgeräte für die Zugführung“ und „Betriebsfunkgeräte für die Rettungshundeteams“, dazu GPS-Geräte und Smartphones (BRH-Staffel Ostwestfalen-Lippe: Ausrüstung). Eine Staffel in Schleswig-Holstein listet für ihr Einsatzfahrzeug „ein festeingebautes 2-m-Funkgerät mit allen BOS-Kanälen und den BRH-eigenen Betriebsfunkfrequenzen“, eine 4-m-BOS-Sprechstelle sowie zwei Handfunkgeräte im Betriebsfunk und eines im 4-m-BOS (BRH-Staffel Schleswig-Holstein Ost: Ausrüstung). Eine Staffel in Bonn/Rhein-Sieg nennt „analoge zwei und vier Meter, als auch digitale Funkgeräte für den BOS-Funk“ und Einsatzfahrzeuge mit Funk und Blaulichtanlage (Rettungshundestaffel Bonn/Rhein-Sieg: Ausrüstung).
Warum das taktisch klug ist: Die Suchteams brauchen einen eigenen, dauerhaft verfügbaren Verkehrsweg, auf dem sie Parzellen und Fortschritt abarbeiten können, ohne die Rufgruppe der Einsatzleitung zuzustellen. Genau das leistet die zweite Ebene. Die BOS-Anbindung bleibt der Führung vorbehalten. Das ist dieselbe Trennung von Führungs- und Mannschaftskommunikation, die auch andere Organisationen fahren.
Betriebsfunk ist nicht Jedermannfunk
Wichtig für das Verständnis: „Betriebsfunk“ meint hier zugeteilte Frequenzen, keine anmeldefreien Billiggeräte. Betriebsfunk dient der Übertragung innerbetrieblicher Nachrichten; die Frequenzen werden von der Bundesnetzagentur auf Antrag zugeteilt, unter anderem in den Bereichen 68–87,5 MHz, 146–174 MHz und 440–470 MHz. Für Funknetze ohne ortsfeste Funkstelle wird ein geografisches Versorgungsgebiet festgelegt, und für die Zuteilung fallen einmalige Gebühren sowie jährliche Frequenznutzungsbeiträge an (Bundesnetzagentur: Betriebsfunk und Bündelfunk).
Dass eine Staffel von „BRH-eigenen Betriebsfunkfrequenzen“ spricht, deutet darauf hin, dass solche Frequenzen auf Verbandsebene organisiert sind und nicht von jeder Staffel einzeln beantragt werden. Was in eurem Bereich zugeteilt ist, weiß euer Verband oder Träger. Das ist eine Frage an die eigene Geschäftsstelle, keine, die man sich herleitet.
Und das ist der springende Punkt: Das Gerät bestimmt nicht das Niveau. Sprechdisziplin, Meldeaufbau, Rufnamen, Bestätigen und Rückfragen funktionieren im Betriebsfunk exakt genauso wie im Digitalfunk. Eine Staffel, die auf ihrer eigenen Frequenz sauber arbeitet, ist im gemeinsamen Einsatz sofort anschlussfähig, und genau das lässt sich üben, unabhängig von der BOS-Berechtigung. Die Verfahren sind dieselben.
Wenn die Staffel doch BOS-Rufnamen führt
Eine anerkannte Staffel bekommt Rufnamen und OPTA wie jede andere Einheit. Ein veröffentlichtes Beispiel aus Bielefeld zeigt, wie das konkret aussieht: Der Gerätewagen Rettungshunde führt einen OPTA-Funkrufnamen unter dem Katastrophenschutz-Kennwort „Kater“, die Teams werden mit angehängten Buchstaben (1A, 1B, 1C …) unterschieden (BRH-Staffel Ostwestfalen-Lippe: Ausrüstung).
Das ist ein nützlicher Realitätsabgleich zum Beitrag Rettungshunde-Funkrufnamen: Welches Kennwort eine Staffel am Funk führt, hängt nicht nur am Verband, sondern auch daran, über wen sie in den Katastrophenschutz eingebunden ist. Frag im Zweifel deine Leitstelle, statt aus dem Verbandsnamen zu schließen.
Was das für eure Funkübung bedeutet
- Übt auf dem Gerät, das ihr im Einsatz habt. Wer im Einsatz Betriebsfunk nutzt, übt auf Betriebsfunk, inklusive der Reichweite und ihrer Folgen für den Zuschnitt der Suchgebiete.
- Übt beide Ebenen gleichzeitig. Wenn die Teams intern auf einer Frequenz und die Führung im BOS-Funk arbeitet, ist genau der Wechsel dazwischen die fehleranfällige Stelle, nicht der Verkehr innerhalb einer Ebene.
- Besetzt den Melder als eigene Funkstelle. Er ist kein Statist, sondern der Flaschenhals der ganzen Lage. Wenn er überlastet ist, merkt es die Einsatzleitung zuerst.
- Übt den Übergang, nicht nur den Innenverkehr. Die interessante Stelle ist die Übersetzung: Eine Meldung kommt auf Jedermannfunk herein und muss vollständig und korrekt in die BOS-Welt weitergegeben werden.
- Haltet die Verfahren einheitlich. Gerade weil das Gerät ein anderes ist, lohnt es sich, Rufnamen und Meldeaufbau strikt nach BOS-Muster zu fahren.
Wie eine Flächensuche abläuft
Der Flächensuchhund soll dem Hundeführer jeden Menschen anzeigen, der sich im zugewiesenen Suchgebiet befindet. Dafür wird das Suchgebiet in Parzellen aufgeteilt, die jeweils Teams zugewiesen und systematisch abgearbeitet werden, bis die Parzelle vollständig abgesucht ist (BRH: Flächensuche). Bevorzugtes Einsatzgebiet sind Waldgebiete, dazu Wiesen und Felder. Gut ausgebildete Teams arbeiten bei Tag und Nacht gleich zuverlässig.
Für den Funk heißt das: Die zentrale wiederkehrende Information ist nicht „was ist passiert“, sondern „welche Parzelle ist wie weit abgesucht“. Ein Suchgebiet ist erst dann abgehakt, wenn die Einsatzleitung eine belastbare Meldung dazu hat. Und genau da entstehen im Einsatz die Fehler, die eine Übung sichtbar machen soll.
Das Funkbild einer Staffel-Lage
| Funkstelle | Aufgabe | Funkt mit |
|---|---|---|
| Staffelführung / Gruppenführer | teilt Parzellen zu, führt die Suchkarte, führt im Einsatz keinen Hund | alle Suchteams, Melder |
| Melder / Verbindungsperson | übersetzt zwischen Staffel und Einsatzleitung, besonders wenn die Staffel keinen BOS-Funk führt | Staffelführung, Einsatzleitung |
| Suchteam 1…n | arbeitet die zugewiesene Parzelle ab | Staffelführung |
| Bereitstellungsraum | sammelt eintreffende Teams, verwaltet Ablösung und Ruhezeiten | Staffelführung |
| Einsatzleitung (Polizei/Feuerwehr) | führt die Gesamtlage, fordert nach | Staffelführung |
| Rettungsdienst | übernimmt die vermisste Person nach dem Fund | Einsatzleitung, Fundteam |
Die Staffelführung ist die einzige Stelle, die das Gesamtbild hat. Sie ist damit auch der Flaschenhals: Wenn fünf Teams gleichzeitig etwas melden wollen, entscheidet Funkdisziplin darüber, ob die Suchkarte stimmt.
Fünf Meldearten, die sitzen müssen
- Übernahmemeldung: „Parzelle 4 übernommen, Suche beginnt“, mit Uhrzeit. Erst damit gilt die Parzelle als in Arbeit.
- Standort- und Fortschrittsmeldung: Wo steht das Team, welcher Anteil der Parzelle ist abgesucht? In festen Intervallen, nicht nur auf Nachfrage.
- Negativmeldung: „Parzelle 4 vollständig abgesucht, kein Fund.“ Die unscheinbarste und wichtigste Meldung der ganzen Lage, denn sie steuert, wo weiter gesucht wird.
- Fundmeldung: Standort, Zustand der Person, Zugangsweg, benötigte Kräfte und Material.
- Eigensicherungsmeldung: Hund verletzt, Team erschöpft, Team abgängig oder desorientiert. Auch das gehört geübt, gerade nachts.
Der Aufbau einer sauberen Meldung ist derselbe wie in jeder anderen BOS, nachzulesen in den BOS-Funk-Grundlagen.
Die Standortmeldung ist die eigentliche Prüfung
In der Rettungshundearbeit entscheidet sich die Qualität des Funkverkehrs an einer einzigen Frage: Findet ein zweites Team allein anhand der Meldung den Ort, an dem das erste Team steht? Im Wald gibt es keine Hausnummern. Brauchbar sind Rettungspunkte, Wegkreuzungen, Forstweg-Bezeichnungen, markante Einzelobjekte (Hochsitz, Bachlauf, Leitungstrasse) und Koordinaten, sofern alle Beteiligten dasselbe Format sprechen.
Deshalb gehört zu jeder Staffel-Funkübung ein Block, in dem Koordinaten und Buchstabierungen wörtlich übermittelt werden. Die passenden Trockenformate dafür stehen unter Funk-Diktat und Buchstabier-Spiele; das reine Beschreiben von Örtlichkeiten trainiert die Lotsen-Übung.
Aufbau einer Staffel-Funkübung in 90 Minuten
Suchraum und Parzellen vorbereiten (15 Min)
Eine Karte des Übungsgebiets in nummerierte Parzellen teilen. Auch für eine reine Funkübung im Gerätehaus: Ohne Parzellen gibt es nichts zu melden.
Funkstellen und Rufnamen vergeben (10 Min)
Staffelführung, drei bis vier Suchteams, dazu Einsatzleitung und Bereitstellungsraum als gespielte Gegenstellen. Mit echten Rufnamen der Staffel arbeiten.
Teams trennen (5 Min)
Getrennte Räume, je Raum ein Funkgerät je Rufgruppe. Wer kann, schickt die Teams tatsächlich ins Gelände: Dann kommt die Belastung durch Bewegung, Handschuhe und Dunkelheit von selbst dazu.
Lage abarbeiten (45 Min)
Parzellen zuweisen, Meldungen laufen gestaffelt über die X-Zeit ein. Die Staffelführung führt eine Suchkarte und streicht abgearbeitete Parzellen ab.
Auswertung mit der Karte (15 Min)
Die geführte Suchkarte gegen die tatsächlich gemeldeten Parzellen halten. Wo weicht das Lagebild von der Realität ab, und an welcher Meldung lag es?
Fünf Übungsvarianten mit steigendem Anspruch
1. Die vergessene Negativmeldung
Ein Team meldet den Abschluss seiner Parzelle nicht. Die Staffelführung muss bemerken, dass ihre Karte eine Lücke hat, und aktiv nachfragen. Trainiert genau den Fehler, der im Einsatz dazu führt, dass ein Gebiet doppelt oder gar nicht abgesucht wird.
2. Der Fund unter Zeitdruck
Ein Team meldet einen Fund und muss unter Stress vollständig bleiben: Standort, Zustand, Zugang, Bedarf. Anschließend lotst es den Rettungsdienst an die Fundstelle. Das ist die anspruchsvollste einzelne Meldung der ganzen Lage.
3. Parallelverkehr
Drei Teams wollen gleichzeitig melden, während die Einsatzleitung eine Rückfrage stellt. Trainiert Funkdisziplin, Priorisierung und das saubere Abarbeiten einer Warteschlange durch die Staffelführung.
4. Der Melder als Nadelöhr
Die Staffel funkt intern auf ihrem eigenen Gerät, die Einsatzleitung ist nur über den Melder erreichbar. Alle Meldungen müssen durch ihn hindurch und dabei vollständig bleiben. Trainiert wird, ob er priorisieren kann, ob er nachfragt statt zu raten und ob die Staffelführung merkt, wann sie ihn überlastet. Für Staffeln ohne BOS-Berechtigung ist das die realistischste Variante überhaupt.
5. Nachtsuche
Dieselbe Lage bei Dunkelheit: Ortsbeschreibungen werden schwieriger, Karte und GPS wichtiger, und die Eigensicherungsmeldungen bekommen echtes Gewicht. Wer die Staffel nachts alarmiert, sollte nachts geübt haben.
Auswertungsfragen für die Nachbesprechung
- Stimmte die Suchkarte der Staffelführung am Ende mit dem überein, was die Teams tatsächlich abgesucht hatten?
- War jede Parzelle eindeutig zugewiesen und eindeutig abgemeldet?
- Hätte ein fremdes Team die gemeldeten Standorte gefunden?
- War die Fundmeldung vollständig, ohne dass nachgefragt werden musste?
- Wie lange dauerte es, bis ein stilles Team auffiel?
- Kam jede Meldung vollständig durch den Melder hindurch, oder ging auf dem Weg in die Einsatzleitung etwas verloren?
- Hat die Reichweite des genutzten Geräts zum Zuschnitt der Suchgebiete gepasst?
Eine Anleitung, wie du daraus eine Nachbesprechung machst, die tatsächlich etwas verändert, steht unter Funkübung auswerten.
Rettungshunde in der Bergrettung
Rettungshundearbeit endet nicht in der Ebene. In der Bergrettung sind Hundeführer fahrzeugunabhängige Einsatzmittel: Sie führen ihre komplette Ausrüstung permanent mit sich und werden bei Alarmierung in der Regel in der Nähe ihres Standorts vom Hubschrauber aufgenommen (Ausstattungskonzept Berg-Rettungsdienst, Abschnitt Bergwacht Hundeführer). Entsprechend muss die Kommunikation zwischen Leitstelle, Bergwacht, Luftrettungsmitteln und den Lawinenhundeführern durchgängig funktionieren. Wie eine solche Lage als Funkübung aussieht, steht unter Funkübung bei der Bergwacht.
Meldungen erzeugen, statt sie zu schreiben
Eine Staffel-Lage lebt davon, dass über 45 Minuten hinweg gleichmäßig Meldungen einlaufen und jedes Team gefordert wird. Genau dieses Regiebuch von Hand zu schreiben, kostet Stunden. In funkuebung.de erzeugst du die Meldungen aus einem Pool oder per KI passend zur Lage, verteilst sie gerecht auf die Suchteams und gibst sie als PDF oder per digitalem Zugangscode aus. Sagt ein Hundeführer kurzfristig ab, rechnet ein Klick die Verteilung neu. Den kompletten Ablauf zeigt Wie erstelle ich eine Funkübung?, das Konzept dahinter der Beitrag Regiebuchübung.
Hinweis: Suchtaktik, Meldeschemata und Rufgruppenkonzepte sind je nach Träger, Bundesland und anfordernder Stelle unterschiedlich geregelt. Die hier beschriebenen Abläufe orientieren sich an der veröffentlichten Darstellung der Flächensuche und dienen als Vorlage für den Übungsdienst. Verbindlich sind die Vorgaben deiner Staffel und deiner Einsatzleitung.
Quellen
- BRH Bundesverband Rettungshunde: Flächensuche: Suchgebiet, Parzellen und Arbeitsweise des Flächensuchhundes
- BRH-Rettungshundestaffel Ludwigshafen-Mannheim: Flächensuche: Rolle des Suchtrupphelfers, Funkverkehr und Orientierung
- Funkrichtlinie Digitalfunk BOS – Anerkennungsrichtlinie: wer unmittelbar berechtigt ist und wer ein Anerkennungsverfahren braucht
- BDBOS: Nutzergruppen des Digitalfunk BOS: Kreis der Berechtigten
- DRK-Landesverband Westfalen-Lippe: Handreichung Rettungshundearbeit (PDF): Melder als Teil der Gruppe, Führungskraft als Verbindungsorgan, Leihe von Funkgeräten, Fachberater in der Einsatzleitung
- BRH: Aufgaben und Ausbildung: Ausbildungsinhalte der Hundeführer inklusive BOS-Funk, Karte, Kompass und GPS
- BRH-Rettungshundestaffel Ostwestfalen-Lippe: Ausbildung der Einsatzkräfte: monatliche Themenabende, Umgang mit dem BOS-Funk
- BRH-Rettungshundestaffel Schleswig-Holstein Ost: BOS-Funkausbildung beim THW Lübeck: Funkausbildung gemeinsam mit dem THW
- Bundesnetzagentur: Betriebsfunk und Bündelfunk: Frequenzbereiche, Zuteilung auf Antrag, Versorgungsgebiet und Gebühren
- BRH-Rettungshundestaffel Ostwestfalen-Lippe: Ausrüstung: gelebte Praxis: TETRA BOS für die Zugführung, Betriebsfunk für die Rettungshundeteams, OPTA-Funkrufname des Gerätewagens
- BRH-Rettungshundestaffel Schleswig-Holstein Ost: Ausrüstung: Fahrzeugausstattung mit BOS-Kanälen und BRH-eigenen Betriebsfunkfrequenzen
- Rettungshundestaffel Bonn/Rhein-Sieg: Ausrüstung: analoge 2-m- und 4-m-Geräte sowie Digitalfunk, Fahrzeuge mit Blaulichtanlage
- BRH Bundesverband Rettungshunde e. V.: Aufgabenfelder Flächensuche, Trümmersuche und Mantrailing
- Baden-Württemberg: Funkrufnamen- und OPTA-Plan der npol. BOS (PDF): Rufname der Rettungshundestaffel und Rettungshundefahrzeug
- Ausstattungskonzept des Berg-Rettungsdienstes in Baden-Württemberg (PDF): Hundeführer als fahrzeugunabhängiges Einsatzmittel