Leitfaden

Wie erstelle ich eine Funkübung?

Die vollständige Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine realistische Sprechfunkübung. Für Feuerwehr, THW und alle weiteren BOS, vom Dienstabend bis zur Großübung.

Kurz gesagt: Lege das Lernziel und ein Szenario fest, plane Rufgruppe und Teilnehmer, erstelle die Meldungen (aus einem Pool, selbst geschrieben oder per KI), verteile die Übung als PDF oder per Zugangscode und führe sie durch. Eine kurze Nachbesprechung gehört dazu. Von Hand dauert das ein bis zwei Stunden, mit dem passenden Werkzeug rund 20 Minuten. Unten steht jeder Schritt im Detail.

Was ist eine Funkübung?

Eine Funkübung (auch Sprechfunkübung) ist eine geplante Trainingseinheit, in der Einsatzkräfte den Sprechfunkverkehr nach den Regeln des BOS-Funks üben: Meldungen aufnehmen und absetzen, Funkdisziplin halten, Funkrufnamen korrekt verwenden und die Verkehrsabwicklung („kommen“, „verstanden“, „Ende“) beherrschen. Sie ist fester Bestandteil der Sprechfunkausbildung bei Feuerwehr, THW und allen Hilfsorganisationen, im regelmäßigen Übungsdienst genauso wie in Lehrgängen.

Eine gute Funkübung braucht drei Dinge: ein realistisches Szenario, abwechslungsreiche Meldungen und eine klare Rollen- und Rufgruppenstruktur. Genau diese drei baust du in den folgenden Schritten auf.

Schritt 1: Lernziel & Szenario festlegen

Der erste Schritt ist das Lernziel, nicht der Funkspruch. Soll die Gruppe die saubere Verkehrsabwicklung üben, das Absetzen einer strukturierten Lagemeldung, das Führen mehrerer Trupps oder die Funkdisziplin unter Belastung? Das Lernziel bestimmt alles Weitere.

Wähle dann ein Szenario, das zum Lernziel passt und zur Einheit: Zimmerbrand, Flächenbrand, Verkehrsunfall, Unwetterlage, Vermisstensuche oder eine Großschadenslage für den Stab. Halte es so einfach wie möglich und so komplex wie nötig. Ideen liefert der Beitrag Funkübung-Szenarien: 12 Ideen.

Schritt 2: Rufgruppe & Teilnehmer planen

Lege die Rufgruppe fest (im Digitalfunk z. B. eine Übungsgruppe in TMO oder DMO) und verteile die Funktionen: Übungsleitstelle, Einsatzleitung, Fahrzeuge und Trupps. Plane die Funkrufnamen vorab, damit jeder seine Rolle kennt und keine Verwirrung entsteht. Je nach Kenntnisstand der Teilnehmer kann es hilfreich sein, ausschließlich fiktive Rufnamen zu verwenden, damit die Teilnehmer sich auf die Übung konzentrieren und nicht in gewohnten Rollen denken.

Faustregel: höchstens acht Teilnehmer pro Rufgruppe. Bei mehr Personen teilt sich die Sprechzeit zu stark auf und es entsteht Leerlauf. Brauchst du mehr Plätze, betreibe mehrere Rufgruppen parallel, wie bei Großübungen üblich (siehe Sprechfunk bei Großübungen planen).

Tipp: Wenn du Funkübungen im TMO planst, melde sie vorher bei der für euch zuständigen Digitalfunk-Servicestelle an, damit die Rufgruppe exklusiv für euch reserviert wird. Vermeide es unbedingt, reguläre Betriebsrufgruppen zu nutzen, damit es nicht zu Störungen im echten Einsatzfunk kommt.

Schritt 3: Meldungen erstellen

Es gibt drei Wege, die du beliebig kombinieren kannst:

  • Aus einem Meldungspool wählen: schnell und bewährt, ideal für den Einstieg.
  • Selbst formulieren: volle Kontrolle, wenn du eine bestimmte Lage exakt abbilden willst.
  • Per KI generieren: abwechslungsreiche, fachlich plausible Meldungen passend zu Szenario und Rufgruppe, ohne dass jede Übung gleich klingt.

Achte auf einen sauberen Meldungsaufbau: ein klarer Anlass, eine eindeutige Aufgabe und genug Spielraum für eine korrekte Rückmeldung. Vermeide immer dieselben Floskeln. Sonst lernen die Teilnehmer die Antworten auswendig statt zu funken. Grundlagen dazu im Beitrag BOS-Funk: Grundlagen.

Schritt 4: Verteilen (PDF oder Zugangscode)

Für die Durchführung gibt es zwei Wege:

  • Klassisch als PDF: Übungsdokument ausgeben, ausdrucken und auf Papier verteilen. Bewährt und ohne Geräte.
  • Digital per Zugangscode: Die Teilnehmer geben einen kurzen Code ein und bekommen ihre Meldungen live im Browser auf das eigene Smartphone. Ohne Konto, ohne App, ohne Zettel.

Der digitale Weg spart die gesamte Zettelwirtschaft und sorgt dafür, dass jede Person genau ihre Meldungen vor sich hat.

Schritt 5: Durchführen & nachbesprechen

Während der Übung zählt Funkdisziplin: erst hören, dann sprechen, kurz und eindeutig, mit korrekten Rufnamen und sauberer Verkehrsabwicklung. Wer die Übung leitet, hält sich im Funk zurück und greift nur bei Bedarf als „Übungsleitung“ ein.

Plane immer eine kurze Nachbesprechung ein: zwei, drei konkrete Punkte, die gut liefen, und ein bis zwei, die beim nächsten Mal besser werden sollen. Genau hierfür lohnt sich ein reproduzierbares Szenario, so wird der Fortschritt über Termine hinweg vergleichbar.

Praxisbeispiel: Verkehrsunfall, eine Rufgruppe

Lernziel: strukturierte Lagemeldung und Nachforderung. Szenario: Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person. Rollen: Leitstelle, Einsatzleitung „Florian Musterdorf 1“, Angriffstrupp, Rettungsdienst. Die erste Meldung der Einsatzleitung enthält Lage, durchgeführte Maßnahmen und eine konkrete Nachforderung; die Trupps quittieren und melden den Vollzug. Schon mit fünf Teilnehmern entsteht in zehn Minuten ein dichter, realistischer Funkverkehr.

Häufige Fehler

  • Zu viele Teilnehmer auf einer Rufgruppe: Die Sprechzeit reicht nicht, lieber teilen.
  • Immer dieselben Meldungen: Der Lerneffekt verschwindet, variiere die Funksprüche.
  • Kein Lernziel: Ohne Ziel wird die Übung beliebig und schwer auszuwerten.
  • Keine Nachbesprechung: Ohne Auswertung wiederholen sich Fehler.

Schneller geht's mit Funkübung: Szenario wählen, Rufgruppe und Teilnehmer anlegen, Meldungen per KI erzeugen und als PDF oder per Zugangscode verteilen, in rund 20 Minuten statt eines ganzen Abends. Kostenlos starten oder Lösung für deine Organisation ansehen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, eine Funkübung zu erstellen?

Von Hand schnell ein bis zwei Stunden. Mit Vorlagen und KI-Meldungen sind es rund 20 Minuten: Szenario wählen, Teilnehmer planen, Meldungen erzeugen, verteilen.

Wie viele Teilnehmer sind pro Funkübung sinnvoll?

Aus didaktischen Gründen höchstens acht Teilnehmer je Rufgruppe, sonst wird die Sprechzeit pro Person zu kurz. Für mehr Personen mehrere Rufgruppen parallel betreiben.

Was gehört in eine gute Übungsmeldung?

Ein klarer Anlass, eine eindeutige Aufgabe und genug Spielraum für eine saubere Rückmeldung, orientiert an einem festen Meldungsaufbau und ohne immer dieselben Floskeln.

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