Übungsformate

Beschreiben und Nachbauen

Die Klemmbaustein-Funkübung: Eine Gruppe sieht eine fertige Figur, die andere baut sie allein nach dem Funkspruch nach. Eine der besten Übungen für eindeutiges Beschreiben, Rückfragen und Bestätigen.

Zwei Gruppen, zwei identische Sätze Bausteine, getrennte Räume. Gruppe A baut eine Figur und beschreibt sie über Funk so genau, dass Gruppe B sie nachbauen kann, ohne sie je gesehen zu haben. Klingt einfach, zeigt aber sehr direkt, wo eine Beschreibung unklar wird und wie viel gutes Zuhören wert ist.

Idee und Lernziel

Menschliche Figur aus bunten Klemmbausteinen, gebaut als Vorlage für die Beschreib- und Nachbau-Funkübung
Eine fertige Klemmbaustein-Figur wie diese beschreibt Gruppe A, während Gruppe B sie allein über Funk nachbaut.

Das Format ist eine einfache Beschreibübung: Die eine Seite hat ein Bild vor Augen, die andere nicht, und nur die Sprache verbindet beide. Genau das ist auch die Aufgabe bei jeder Lagemeldung. Wer hier lernt, eine Figur eindeutig zu beschreiben, überträgt das später auf das eindeutige Beschreiben einer Lage.

Geübt werden vor allem:

  • Eindeutig formulieren: oben, unten, links, rechts, davor, dahinter, Farbe, Anzahl, Größe. Vermeiden, was nur im eigenen Kopf klar ist („das passt dann schon dahin“).
  • Strukturiert vorgehen: eine feste Reihenfolge wählen, etwa von unten nach oben, statt wild hin und her zu springen.
  • Zurückfragen und bestätigen: die empfangende Gruppe hakt nach, statt zu raten, und gibt Rückmeldung, sobald ein Schritt sitzt.
  • Sprechtempo kontrollieren: erst weitersprechen, wenn der Empfänger bestätigt hat. Das diszipliniert beide Seiten.

Material und Aufbau

Du brauchst zwei gleiche Sätze Klemmbausteine, je einen pro Gruppe, am besten mit identischen Farben und Formen. Ein paar Dutzend Teile reichen für den Anfang. Statt Bausteinen funktionieren auch zwei gleiche Sätze Magnetplättchen oder Bauklötze.

Wichtig zum Aufbau: Die Gruppen sitzen in getrennten Räumen, pro Gruppe und Rufgruppe mit einem Funkgerät. Das hat zwei Gründe: Mehrere Geräte derselben Rufgruppe im selben Raum führen schnell zu Rückkopplungen oder Echo, und im selben Raum würde man sich ohnehin direkt hören, statt den Funk zu nutzen. Die Raumtrennung ist zugleich der Sichtschutz, eine Trennwand auf dem Tisch brauchst du nicht.

Ablauf der Übung

  1. Bauteile verteilen und Figur bauen. Beide Gruppen bekommen einen identischen Satz Bausteine. Gruppe A baut daraus verdeckt eine Figur, die Gruppe B nicht zu sehen bekommt.
  2. Funkstellen trennen und Verbindung prüfen. Die Gruppen gehen in getrennte Räume, pro Gruppe und Rufgruppe mit einem Funkgerät. Funkprobe, dann werden die Rollen geklärt: A beschreibt, B baut nach.
  3. Figur Stück für Stück beschreiben. Gruppe A beschreibt den Aufbau in kurzen, eindeutigen Funksprüchen, von unten nach oben oder von innen nach außen. Gruppe B baut Schritt für Schritt mit.
  4. Zurückfragen und bestätigen. Gruppe B fragt gezielt zurück, wenn etwas unklar ist, und bestätigt jeden verstandenen Schritt. Gruppe A wartet die Bestätigung ab, bevor sie weitergeht.
  5. Ergebnisse vergleichen. Am Ende werden beide Figuren nebeneinandergelegt. Die Abweichungen zeigen genau, an welcher Stelle die Beschreibung oder das Zuhören gehakt hat.

Plane für einen Durchgang etwa 10 bis 15 Minuten und tausche danach die Rollen, damit jede Gruppe einmal beschreibt und einmal baut. Im Funkverkehr nutzen beide Seiten ihren Funkrufnamen und die üblichen Sprechregeln, „kommen“, „verstanden“, „Ende“, genau wie in den BOS-Funk-Grundlagen beschrieben.

Schwierigkeit steuern

Über wenige Stellschrauben passt du die Übung an jeden Ausbildungsstand an:

  • Teilezahl und Form: wenige, große Teile für den Einstieg, viele kleine und ähnliche Teile für Fortgeschrittene.
  • Farben: kräftige, klar unterscheidbare Farben sind leicht. Mehrere ähnliche Töne zwingen zu sehr genauen Ansagen.
  • Rückfragen steuern: Im Normalfall sind Rückfragen ausdrücklich erwünscht. Als kurze Diagnose-Runde kannst du sie einmal verbieten; dann wird sichtbar, wie sauber Gruppe A von sich aus sendet.
  • Zeitdruck: ein knappes Zeitlimit erzeugt Stress und zeigt, wer auch unter Druck strukturiert bleibt.

Varianten

  • Muster legen: statt einer dreidimensionalen Figur legt Gruppe A ein flaches Muster aus farbigen Plättchen oder Karten auf einem Raster. Gruppe B legt es nach. Gut für absolute Einsteiger, weil es ganz ohne Bautechnik auskommt.
  • Skizze abfunken: Gruppe A hat eine einfache Zeichnung, etwa einen Lageplan mit ein paar Symbolen, und diktiert sie so, dass Gruppe B sie nachzeichnet. Das ist eine schöne Brücke zur Lageskizze.
  • Mit Buchstabieren kombinieren: beschrifte einzelne Teile oder Felder, sodass Gruppe A Bezeichnungen buchstabieren muss. So verbindest du das Format mit dem Buchstabier-Training.

Auswertung

Der eigentliche Lerngewinn steckt in der Nachbesprechung. Lege beide Ergebnisse nebeneinander und arbeite die Unterschiede durch. Gute Auswertungsfragen sind:

  • An welcher Stelle ist das Missverständnis entstanden, und woran lag es?
  • Welche Formulierung hat besonders geholfen, welche hat verwirrt?
  • Hätte eine Rückfrage den Fehler verhindert? Warum kam sie nicht?
  • War die Reihenfolge der Beschreibung nachvollziehbar?

Wie du eine solche Nachbesprechung moderierst, ohne dass sie zur Fehlersuche wird, steht im Beitrag Funkübung auswerten.

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Beschreibübung als Aufwärmung, dann die echte Lage

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