Im Sanitätsdienst entscheidet der Funk darüber, ob Kräfte am richtigen Ort ankommen und ob die Führung weiß, was vor Ort wirklich los ist. Das lässt sich hervorragend am Dienstabend üben, ganz ohne Großschadenslage. Es reicht eine klare Struktur, ein paar Funkstellen und vorbereitete Meldungen.
Wer im Sanitätsdienst miteinander funkt
Schnelleinsatzgruppen (SEG) und Sanitätseinheiten sind so aufgebaut, dass sie Verletzte und Betroffene versorgen können, sie richten bei Bedarf Patientenablage und Behandlungsplatz ein (Wikipedia: Schnelleinsatzgruppe). Im Funkverkehr ergibt sich daraus eine klare Kette:
| Funktion | Aufgabe | Funkt mit |
|---|---|---|
| Zug-/Gruppenführer | führt die Einheit, hält Verbindung zur übergeordneten Stelle | Führung, eigene Trupps |
| Verbandführer / Trupp | versorgt vor Ort, meldet Lage und Bedarf | Gruppenführer |
| Behandlungsplatz (BHP) | bündelt Sichtung und Behandlung | Führung, Transport |
| Bereitstellungsraum | sammelt Kräfte und Fahrzeuge | Führung |
| Einsatzleitung / Leitstelle | disponiert Mittel und Transporte | alle Funkstellen |
Übt mit echten Rotkreuz-Funkrufnamen: Schon der Rufname verrät, ob da ein RTW, ein ELW oder eine Führungsfunktion funkt.
Diese Meldearten gehören geübt
- Lagemeldung: kurz und vollständig, was ist passiert, was wird gebraucht.
- Bereitschafts- und Statusmeldung: „einsatzbereit“, „am Einsatzort eingetroffen“, „Transport begonnen“.
- Bedarfs- und Nachforderungsmeldung: Material, Personal, weitere Fahrzeuge.
- Patienten- und Kapazitätsmeldung: Anzahl Betroffene, freie Behandlungs- und Transportkapazität.
- An- und Abmeldung: sauberer Verkehr im Bereitstellungsraum.
Eine gute Grundlage für korrekte Meldungen und Sprechregeln ist die DRK-Teilnehmerunterlage zum Sprechfunkbetrieb.
Aufbau eines Sanitäts-Funkabends
Lernziel und Lage
Eine überschaubare Lage wählen, etwa eine Sanitätsabsicherung mit mehreren Hilfeersuchen, kein Großschadensfall.
Funkstellen festlegen
Gruppenführer, ein bis zwei Trupps, Behandlungsplatz, Führung/Leitstelle. Jede Stelle erhält Rufname und Rufgruppe.
Getrennte Räume
Die Funkstellen sitzen in getrennten Räumen, je Raum ein Funkgerät je Rufgruppe. So entsteht echter Funkverkehr.
Meldungen abarbeiten
Vorbereitete Meldungen laufen ein, gestaffelt über die X-Zeit. Die Übungsleitung verfolgt den Verlauf.
Auswertung
Nachbesprechung: Funkdisziplin, Vollständigkeit der Meldungen, Stille-Post-Effekte.
Eine kompakte Vorlage für die Vorbereitung liefert die Checkliste für den Dienstabend.
Vom Dienstabend zur Großlage
Wer den Sanitäts-Funk regelmäßig im Kleinen übt, ist im Großen vorbereitet. Wenn die Lage wächst, viele Patienten, mehrere Rufgruppen, Sichtung nach Kategorien, wird daraus eine MANV-Funkübung. Der Übergang ist fließend: dieselben Meldearten, nur mehr Stellen und mehr Verkehr.
Meldungen ohne Skripten von Hand
Den Inhalt der Meldungen musst du nicht mühsam selbst ausformulieren. In funkuebung.de erzeugst du sie aus einem Pool oder per KI passend zur Lage, verteilst sie gerecht auf die Funkstellen und gibst sie als PDF oder per digitalem Zugangscode aus. Fällt jemand aus, rechnet ein Klick die Verteilung neu. Den kompletten Ablauf zeigt Wie erstelle ich eine Funkübung?, die Nachbesprechung der Beitrag Funkübung auswerten.
Quellen
- Wikipedia: Schnelleinsatzgruppe – Aufbau und Aufgaben von SEG, Behandlungsplatz und Patientenablage
- DRK-Bildungsinstitut RLP: Teilnehmerunterlage Sprechfunkbetrieb (PDF) – Sprechregeln und Meldungsaufbau
- DRK-Landesverband Baden: Teilkonzepte zum MANV (PDF) – Strukturen im Sanitäts- und Betreuungsdienst