Organisation

Organisationsübergreifend funken: wenn THW und DRK an einer Lage arbeiten

Im Katastrophenschutz funken Feuerwehr, THW, DRK und weitere BOS gemeinsam, jede mit eigenen Funkrufnamen und Verfahren. Worauf du achtest, damit die Zusammenarbeit am Funk sauber läuft, und wie du genau das vorab übst.

Im Einsatz arbeiten selten alle aus einer Organisation. Hochwasser, Großschadenslage, Evakuierung: Da funken THW, DRK und Feuerwehr gemeinsam, jede mit eigenen Rufnamen, eigener Gliederung und eigenen Gewohnheiten. Das funktioniert nur, wenn ein paar Dinge vorher geklärt sind. Und genau die lassen sich üben.

Drei Stolperstellen im gemeinsamen Funkverkehr

Wenn mehrere Organisationen zusammen funken, entstehen die Probleme fast immer an denselben Stellen:

  • Unterschiedliche Rufnamen-Systeme: Jede Organisation hat ihr eigenes Kennwort, „Florian“, „Heros“, „Rotkreuz“ und dahinter eine eigene Logik der Kennzahlen (Wikipedia: Funkrufname). Wer das nicht kennt, ordnet Sprecher falsch zu.
  • Gliederung und Begriffe: Ein „Zugtrupp“ beim THW ist etwas anderes als eine „Gruppe“ im Sanitätsdienst. Begriffe müssen für alle verständlich sein.
  • Wer hört wo mit: Wenn mehrere Einheiten auf einer Rufgruppe liegen, muss klar sein, wer führt und wer nur mithört.

Das Kennwort schafft Klarheit

Der wichtigste gemeinsame Nenner ist das Kennwort am Anfang jedes Rufnamens. Es sagt jedem sofort, welche Organisation spricht:

OrganisationKennwort
FeuerwehrFlorian
Technisches HilfswerkHeros
Deutsches Rotes KreuzRotkreuz
Johanniter / Malteser / ASBAkkon / Johannes / Sama

Die vollständige Übersicht aller Kennwörter steht im Beitrag Funkrufnamen der Hilfsorganisationen. Wie THW und DRK ihre Rufnamen im Detail bilden, erklären die Beiträge THW-Funkrufnamen (Heros) und DRK-Funkrufnamen (Rotkreuz).

Was du vor einer gemeinsamen Übung klärst

  • Rufgruppen-Konzept: Welche Rufgruppe für welche Aufgabe, wer führt, wer hört mit. Bei größeren Lagen mehrere parallele Rufgruppen.
  • Funkrufnamen-Liste: Eine gemeinsame Liste aller beteiligten Rufnamen, organisationsübergreifend, vorab verteilt.
  • Einheitliche Sprechregeln: Anruf, „kommen“, „verstanden“, „Ende“, Buchstabieren und Zahlen für alle gleich.
  • Schnittstelle zur Einsatzleitung: Wer meldet was an die übergeordnete Führung, und über welchen Weg.

Genau dafür ist funkuebung.de gebaut

funkuebung.de ist organisationsunabhängig: Du legst Funkrufnamen für Feuerwehr, THW, DRK und alle weiteren BOS in einer Übung an und lässt sie gemeinsam funken, so wie es im Katastrophenschutz üblich ist. Über mehrere parallele Rufgruppen bildest du Einsatzabschnitte und Fachdienste ab, und die Übungsleitung behält im Live-Cockpit den Überblick über alle Funkstellen. Mehr dazu auf der Seite Katastrophenschutz & Fachdienste.

Wie du den Funk für eine größere, organisationsübergreifende Lage planst, steht im Leitfaden Sprechfunk bei Großübungen planen. Für die didaktisch saubere, vorgeplante Variante lohnt sich die Regiebuchübung.

Hinweis: Rufnamen-Systematik und Rufgruppen-Konzepte sind je Land und Organisation geregelt und werden fortgeschrieben. Verbindlich sind die Vorgaben deiner Organisation und der zuständigen Stelle, etwa die Funk-Rufnamen-Regelung des THW und die Funkrufnamenregelung des DRK.

Quellen

Weiterlesen

Organisationsübergreifend üben

Lege Funkrufnamen mehrerer Organisationen in einer Lage an und lass sie auf parallelen Rufgruppen gemeinsam funken.